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Urlaub 3 - Der "gelbe Schein" (AU) ist also Sonnenschein

Mitarbeitermotivation:Im Herbst erst mal krank feiern

Der nasse Sommer nervt, die Aussicht auf graue Herbsttage drückt die Stimmung
zusätzlich. Die Unternehmen verzeichnen erschreckende Ausfallzeiten. Schlimmer
noch: Eine Million Deutsche planen, nochmal ganz bewusst "krank zu machen". von
Sabine Meinert
 
Rund eine Million Deutsche - knapp drei Prozent der Arbeitnehmer - haben vor,
sich einen Sonderurlaub zu genehmigen, sobald die Tage kürzer werden. Sprich,
sie wollen sich krank schreiben lassen, obwohl sie es gar nicht sind. Das ist
das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Marktforschungsinstituts TNS
Emnid im Auftrag des Portals boersennews.de. Weitere zwei Prozent der
Beschäftigten hierzulande überlegen zumindest, ein paar Tage auf Krankenschein
zu Hause zu bleiben. Damit droht der deutschen Wirtschaft in den nächsten Wochen
ein Ausfall von nahezu jeder zwanzigsten Arbeitskraft - und ein
volkswirtschaftlicher Schaden bis zu 1,24 Mrd. Euro, wie Experten von
boersennews.de berechneten.
Wirklich krank oder nur krank geschrieben?
Wer die "Auszeit" schon fest geplant hat, ist auch um Gründe dafür nicht
verlegen. Ein Drittel der 1000 befragten Beschäftigten will sich in der dunklen
Jahreszeit krank schreiben lassen, um sich "einem Konflikt in der Firma zu
entziehen". Fast ebenso viele gaben an, dass sie "zu dieser Zeit unabhängig vom
Job immer Depressionen bekommen". Dem müsse vorgebeugt werden.
Etwa ein Fünftel berichtete mit Verweis auf den üblichen Krankenstand, sich
krank schreiben lassen zu wollen, "weil es zu dieser Zeit weniger auffällt". Und
etwa ein Zehntel gab offen zu, dem Arbeitgeber mit seinem Wegbleiben "eins
auswischen" zu wollen.
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Jeder Vierte will eine Woche fehlen
Die übergroße Mehrheit der Arbeitsunwilligen plant der Erhebung zufolge,
mindestens drei Tage zuhause zu bleiben. Mehr als jeder Vierte sieht sich schon
für eine Woche auf dem heimischen Sofa. Auffällig ist dabei, dass Beschäftigte
mit höherer Ausbildung mehr Skrupel haben, krank zu feiern als solche mit
niedrigerem Bildungslevel. Am häufigsten sind die "Blaumacher" unter
Arbeitnehmern mit Volks- und Realschulabschluss zu finden.
Arbeitgeber in Ostdeutschland sollten zudem stärker auf den Krankenstand achten
- hier ist die Zahl der "Krankfeierer" mit 4,4 Prozent deutlich höher als in
Westdeutschland (2,5 Prozent). Auch wer eine besonders junge Belegschaft hat,
sollte sich auf mehr Krankheitstage gefasst machen: Unter 30-Jährige sind laut
Studie für längere "Sonderurlaube" gern zu haben.
Eine frühere Untersuchung von TNS Emnid hatte ergeben, dass vor allem mögliche
psychische Probleme, der zunehmende Druck oder Konflikte am Arbeitsplatz die
Deutschen dazu treiben, sich vorsätzlich krank schreiben zu lassen.
 
  FTD.de, 16.09.2011
 
 

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